Mit Achtsamkeit und Selbstmitgefühl bei sich selbst ankommen und wachsen

IMG_0087

Wenn wir achtsam wahr nehmen, sind wir bei uns selbst anwesend

Wenn wir achtsam sind, verlagern wir unsere Energie: von unserem Denken mit seinen Urteilen, Vergleichen und Glaubenssätzen zu unserem Körper und dem, was wir spüren. Wir lassen bereits Vergangenes hinter uns und projizieren unsere Erwartungen und Ängste nicht mehr auf die Zukunft.

Wir wenden uns urteilsfrei, mit Neugier, Offenheit und Wertschätzung und mit allen Sinnen uns selbst und unseren Erfahrungen im gegenwärtigen Moment zu.

Unser Geist beruhigt sich und wir erleben uns wieder als Einheit aus Körper und Geist. Wir kehren ins Hier und Jetzt zurück. Achtsamkeit bedeutet, nach Hause zu kommen und wieder bei uns selbst anwesend zu sein.

Selbstmitgefühl und Akzeptanz = Möglichkeit zum Wachstum

Wir können einen Schritt weiter gehen: Bei uns anwesend sein bedeutet für uns anwesend zu sein. Dabei nehmen wir das ganze Paket unserer angenehmen und unangenehmen Gefühle und Zustände, ja, sogar unsere Verletzlichkeit zunächst einmal genau so an, wie es ist – und zwar aus der Qualität des Mitgefühls heraus. Ohne Anstrengung, ohne Einschränkung. Wir durchleben dabei einen fundamentalen Wandel: von unserer vielleicht lebenslangen Selbstkritik zum Selbstmitgefühl. Daraus können wir Selbstakzeptanz entwickeln.

So entsteht die Grundlage für wirkliche, tiefgreifende Veränderung und Wachstum.

Zahlreiche klinische Studien belegen: Regelmäßige Achtsamkeitspraxis reduziert nicht nur Stress, sondern beeinflusst Gehirnstruktur und -funktionen positiv. Die Qualität von Gedanken, Gefühlen und die Verbindung zur Umwelt verbessert sich. Die Wahrnehmungsfähigkeit wächst. Regelmäßig Übende gewinnen mehr Gelassenheit, Klarheit und Effektivität. Diese Wirkung nimmt im Einzelnen ihren Anfang und wirkt sich nachhaltig positiv auf das Miteinander in größeren Strukturen aus.

Achtsamkeit kommt durch Tun ins Leben

Achtsamkeit beginnt im Alltag, in den kleinen einfachen Dingen, in den Situationen, in denen wir im Autopiloten-Modus agieren, in all den halb bewussten Handlungen, diffusen Eindrücken und Empfindungen, in die wir mit einer achtsamen Haltung Klarheit bringen können.

Wir brauchen Übung, am besten täglich, um in unserem Leben achtsam anzukommen. Wenn Sie nach dem Aufwachen bewusst Ihre innere Blickrichtung wählen. Wenn Sie beim Duschen To-Do’s, Erwartungen, Erinnerungen noch einmal von Ihnen abfließen lassen. Wenn Sie ihrem Gegenüber wirklich zuhören, ohne sich parallel Ihre eigene Geschichte zu erzählen. Wenn Sie die eigene Verletzlichkeit wahr nehmen und nicht verurteilen. Einen Moment inne halten und alle Anspannung, die Sie gerade nicht brauchen, wieder los lassen, soweit Sie das in diesem Moment können. Und sich gerade in schwierigen Situationen Ihr Mitgefühl schenken.

Willkommen zuhause.

 

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“

Viktor Frankl